Kneipp-Verein Warendorf

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Wandern auf dem Rothaarsteig vom 18.-23.05.2014
von Christel Hoof

Am 18. Mai brachen 11 Wanderfreunde des Kneipp-Vereins zu einer Wanderwoche nach Jagdhaus am Rothaarsteig auf. Gleich am Anfahrtstag erkundeten sie auf herrlichen Wanderwegen mit Blick in die umliegenden Täler die Umgebung des kleinen Weilers Jagdhaus, der auf einer der schönsten Kammlagen in 640 m Höhe liegt. Weitere Wanderungen führten nach Schmal-lenberg, zum Rhein-Weser-Turm, der Wasserscheide zwischen Rhein und Weser.

Einen besonderen Höhepunkt bildete die Wanderung über das kleine Höhendörfchen Kühhude nach Schanze, einem kleinen Ort mitten im Wald. Sein Name deutet darauf hin, welche Bedeutung der Bergkamm einst hatte. Hier oben verlief nämlich die Grenze zwischen dem kurkölnischen Sauerland und dem nassauischen Siegerland. Um sich vor den Nachbarn abzugrenzen, nutzte man Gräben, Erdwälle und gezielt angelegte Dickichte aus miteinander verflochtenen Büschen und Bäumen. Diese Landwehren trugen auch den Namen Schanze, aus dem sich der heutige Ortsname ableitet.

Der in den Jahren 2000 bis 2010 entstandene Wald-Skulpturen-Weg, den international bekannte Künstler mit ihren Kunstwerken am Wegesrand geschaffen haben, lud zu einer intensiven Betrachtung ein.

Ein undurchdringliches Dickicht entstand 2007 auf ganz natürliche Weise, als in den frühen Morgenstunden eines Januartages der Orkan Kyrill über das Sauerland fegte. Auf großen Flächen mähte dieser Sturm die Wälder nieder, ganze Bergkuppen waren innerhalb kürzester Zeit kahl. In der Nähe von Schanze kann man sich direkt vor Ort anschauen, wie es damals fast überall aussah: wie Streichhölzer abgeknickte und in sich verdrehte Bäume, die kreuz und quer übereinander liegen. Zugleich kann man bestaunen, wie schnell sich die Natur mit den neuen Verhältnissen arrangiert, wenn man sie lässt, wie zwischen den gefällten Baumstämmen der neue Bewuchs aufkommt. Damit man dazu nicht über die Stämme klettern muss, wurde ein besonderer Pfad angelegt, der Kyrillpfad, der auf einem Kilometer Länge durch das Kyrill-Chaos führt.

Auch der Wettergott meinte es gut mit den Kneipp-Wanderern, lediglich am Abfahrtstag gesellte sich zu den Abschiedstränen ein deftiger Landregen.

Die Teilnehmer waren sich einig. Es war eine erlebnisreiche Wanderwoche und einer Wiederholung steht nichts im Wege.