Kneipp-Verein Warendorf

Vereinshaus: Kneipp-Aktiv-Zentrum, Beelener Str. 15 b, 48231 Warendorf;  Mail: kontakt@kneipp-warendorf.de
 

Eine Idee setzt sich durch: Pfarrer Kneipp

Sebastian Kneipp (1821-1897) ist der Begründer einer ganzheitlich-orientierten, gesunden Lebensweise und eines komplexen Naturheilverfahrens gleichermaßen. Sein Interesse an der Naturheilkunde wurde durch eigene Erfahrungen geweckt.
 
Während des Theologiestudiums kurierte Kneipp, Sohn einer armen Webersfamilie aus Stephansried bei Ottobeuren, mit kalten Tauchbädern in der Donau seine schwere Lungen-tuberkulose. Ein Büchlein aus dem Jahre 1743 hatte ihn auf die Heilkraft des Wassers aufmerksam gemacht. Nach seiner Genesung eignete er sich über viele Jahre hinweg ein fundiertes Wissen über Gesundheit und Krankheit mit ihren Symptomen an. Neben den Wasseranwendungen setzte Kneipp bevorzugt Heilpflanzen zur Prävention und Therapie ein. In seinen Schriften und Vorträgen betonte er immer die Wichtigkeit ausreichender körperlicher Betätigung, einer einfachen und natürlichen Kost und mahnte eine geordnete Lebensführung an.
 
Ab 1855 lebte Sebastian Kneipp in Bad Wörishofen, zunächst als Beichtvater im Dominika-nerinnenkloster und später als Pfarrer der 950-Seelen-Gemeinde. Hier wirkte er als Heil-kundiger und erlangte schnell einen weltweiten Ruf. In mehreren Büchern fasste er seine Erfahrungen zusammen. Das berühmteste „Meine Wasserkur“ erschien 1886 und wurde zusammen mit dem folgenden Buch „So sollt ihr leben“ innerhalb kürzester Zeit in vierzehn Sprachen übersetzt. Ab 1888 arbeitete Kneipp mit der Ärzteschaft zusammen und legte so das wissenschaftliche Fundament für die Fortführung seiner Arbeit.

Der Kneipp-Bund e.V. hat sich dem Vermächtnis von Sebastian Kneipp verpflichtet und hält streng an seiner Bitte fest: „Haltet meine Lehre rein“. Im Laufe seines 100-jährigen Bestehens war der Verband aber flexibel und kooperativ genug, um auf Veränderungen und moderne Ansprüche zu reagieren. Es wurden stets Konzepte erarbeitet, die der Zukunft des größten gemeinnützigen Gesundheitsverbandes gerecht werden.
 
„Wir sind im zweiten Jahrhundert unseres Bestehens mit der Sicherheit unserer Tradition und dem Wunsch, auf neue Fragen mit neuen Antworten zu reagieren. Die Basis für unsere Arbeit ist in der Bevölkerung vorhanden“, kommentiert Ulf Fink, Präsident des Kneipp-Bund e.V., die bisherige Arbeit des Verbandes und blickt in die Zukunft: „Um noch mehr Menschen zu erreichen und zu motivieren, werden wir zeitgemäße Formen der Organisation und Kommunikation nutzen. Doch das eigentliche Fundament unserer Arbeit bleibt bestehen: Engagement und Begeisterungsfähigkeit eines jeden einzelnen Mitglieds als Multiplikator für unseren Verband.“

Kneipp und seine Gesundheitslehre
Die fünf Elemente der Kneipp-Lehre

Die von Kneipp begründete Lehre verlangt in erster Linie aktives Handeln, um den schäd-lichen und negativen Erscheinungsformen unserer Zivilisation entgegen zu wirken. Aber nur eine konsequente und regelmäßige Umsetzung kann wirksame Prophylaxe oder Heilung zugleich sein.
Gestern wie heute basiert seine Lehre auf ihrem natürlichen Ansatz und in erster Linie auf der Heilkraft des Wassers. Ihren ganzheitlichen Charakter erfährt sie jedoch erst aufgrund der synergetischen Wirkung aller fünf Kneipp-Elemente:

Lebensordnung

Unter dem Begriff Lebensordnung ist eine ausgewogene, weitgehend natürliche Lebens-gestaltung zu verstehen. Sie berücksichtigt die Einheit von Körper, Geist und Seele und strebt den Einklang mit dem sozialen und ökologischen Umfeld an.
Lebensordnung bedeutet auch, sich seiner persönlichen und kollektiven Verantwortung für Gesundheit bewusst zu werden. Gesundes Verhalten ist lernbar und bedeutet pflegliches Umgehen mit den persönlichen Ressourcen. Dieser Lernprozess sollte frühzeitig beginnen, denn der Gesundheitszustand im Alter ist weitgehend das Produkt des Verhaltens in jungen Jahren.
„Erst als man den Zustand ihrer Seele erkannte und da Ordnung hineinbrachte,
ging es mit dem körperlichen Leiden auch besser.“

Wasser

Das Element Wasser als Vermittler natürlicher Lebensreize steigert die Leistungsfähigkeit, regt die Abwehrkräfte an und verbessert das Körperbewusstsein. Vorbeugend und therapeu-tisch wirken die Wasseranwendungen harmonisierend auf das Nerven- und Hormonsystem sowie auf die Psyche.

Ernährung

Eine gesunde Ernährung im kneippschen Sinne besteht aus einer ausgewogenen, möglichst naturbelassenen vollwertigen Kost. Sie sollte dem jeweiligen Energiebedarf und der indivi-duellen Verdauungs- und Stoffwechselleistung angepasst sein.
„Wenn du merkst, du hast gegessen,
hast du schon zuviel gegessen.“
 

 Heilpflanzen

Mild wirkende Pflanzen oder Pflanzenteile zum inneren und äußeren Gebrauch in Form von Tees, Säften, Dragees, Bade- und Wickelzusätzen, Inhalationen sowie als Auflagen und Salben werden als Heilmittel, zur Vorbeugung oder als Pflegemittel eingesetzt.
„Mit jedem Schritt und Tritt,
welchen wir in der Natur machen,
begegnen wir immer wieder neuen Pflanzen,
die für uns höchst nützlich und heilbringend sind.“

Bewegung

Körperliche Aktivität – sinnvoll und dosiert angewendet – verbessert Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Sie stärkt das Immunsystem, regt Verdauung und Stoffwechsel an und kräftigt das Herz-Kreislaufsystem. Regelmäßiger Sport erhöht die Stresstoleranz und stärkt das Selbstwertgefühl. Therapeutische Bewegungsübungen, Massagen und Physiotherapie sind bei Bedarf eine effektive Ergänzung.
„Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet.“

Quelle:Kneipp-Bund e.V. | Adolf-Scholz-Allee 6-8 | 86825 Bad Wörishofen
Tel. 08247 - 3002-163  | Fax -199  |(mit frendlicher Genehmigung)  www.kneippbund.de